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Nach der Tsunami - Katastrophe haben wir (unsere Familie) den Beschluss gefasst: „Wir wollen direkt vor Ort helfen. Schnell waren via Internet erste Kontakte geknüpft, über das Projekt „Ruhuna“ des Studienrates Peter Kramer. Mit einer spontanen Hilfe von 3 x 100 Euro haben wir 3 Familien helfen können, die es sehr schlimm erwischt hatte. Diese Hilfe haben wir danach in eine monatliche Unterstützung von 30 Euro umgewandelt, die über einen Treuhänder in Colombo monatlich an die Familien ausbezahlt wird., Reiseberichte, Fotos, Bilder, Reiseinformation, Reisetipps weltweit. Schreiben Sie Ihren Reisebericht. Zeigen Sie Fotos und Bilder online. Reiseerfahrung mit anderen teilen!
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Sri Lanka nach Tsunami - Wo sind die Spenden? Situationsbericht

Bericht über die gegenwärtige Situation in Sri Lanka, 25.8. – 6.9.05

Nichts ist ihnen geblieben. Nur das nackte Leben!
Sumana Thero gibt uns weitere Informationen.
Sein Kloster ist bereit, ein Grundstück zur
Verfügung zu stellen, 10 Km im Landesinneren,
weg von Hikkaduwa. Hier sollen 10
Häuser gebaut werden, für Familien, die
traumatisiert sind, die alles verloren haben, nur
noch das nackte Leben haben - sonst nichts.
Vorübergehend ziehen diese Familien in einfache
Holzhütten, helfen beim Hausbau und der
Organisation mit. Wir sind dabei und
überweisen € 2.500 für das 1. Haus, sprechen für
ein 2. Haus, das als Waisenhaus geplant wird,
eine Option aus, die wir im März in eine feste
Zusage umwandeln. Das Geld wird überwiesen
und so ist bereits im Mai Grundsteinlegung.
Gerne wären wir zu diesem Anlass hingefahren,
aber die Kosten können wir besser in Hilfe
investieren. Die Bilder der Grundsteinlegung
erhalten wir per E-Mail und können uns so vom
Fortgang der Arbeiten auch im weiteren Verlauf
immer wieder überzeugen.

Von unseren 3 Patenfamilien erhalten wir die
erste Post. Inzwischen laufen in Deutschland die
Spendenaktivitäten auf Hochtouren - über 500
Mio. € kommen zusammen. Im Sommer kommen
dann erste Berichte über eine mehr als
schleppende Auszahlung und Hilfe.
So hat sich der ehem. Bundeskanzler Dr. Helmut
Kohl - er war z.Zt. des Tsunami in Sri Lanka -
spontan zur Finanzierung eines Krankenhaus-
Neubaues mit Geburtsstation entschlossen und
den Menschen dort ein Zusage gemacht. Bis jetzt
ist aber nichts passiert. Herr Dr. Kohl muss sich
fragen lassen, was aus seinen Worten geworden
ist. Die Menschen leben dort weiterhin unter
menschenunwürdigen Zuständen und wir haben
zu Gott gebetet, in Sri Lanka nicht krank zu
werden. Die Menschen, mit denen wir
gesprochen haben sind tief enttäuscht, resigniert
und haben das Vertrauen in Politiker, die
eigenen, aber auch unsere Politiker verloren.
Während unseres Aufenthaltes wird uns auch
immer wieder berichtet, dass die Hilfszusagen
der großen Organisation nicht anlaufen.
Die Bildfolge zeigt den heutigen Zustand, durch
die grüne Vegetation kommt die Dramatik leider
nicht heraus. Die Bilder und Eindrücke haben
uns erschüttert.
Wir sind eingeladen die Einweihung unseres
Dorfes Mettagama mitzufeiern und unsere
Häuser den Familien zu übergeben. Viel
Prominenz hat sich angesagt. Das Projekt
Mettagama wird nach Willen der Initiatoren ein
Testprojekt - die Häuser werden den Familien
erst einmal für 1 Jahr zu treuen Händen
übergeben, danach wird entschieden, ob sie die
Häuser auf Dauer bekommnen.
Wir haben uns vorgenommen den
Küstenabschnitt von Colombo bis Hambantota -
also rund 250 Kilometer Küste zu besuchen,
Gespräche zu führen und Hintergründe zu
erfragen.
Um die Wirklichkeit zu erleben, wählen wir ein
kleines Hotel (5 Zimmer) ein ehemaliges
Gästehaus aus Kolonialzeit.

Ein unangenehmes Gefühl beschleicht uns.
Während der 10 Tage knallt der Ozean mit aller
Gewalt an den Strand - noch ist keine Saison und
man wird das Gefühl nicht los, der nächste
Tsunami kommt.



Warum sind die Schäden so
unterschiedlich?

Den größten Schaden hat der Küstenabschnitt
bei Hikkaduwa zu verzeichnen. Eine ganz
einfache Erklärung gibt es - der Mensch hat
Raubbau an der Natur betrieben. Hat die
vorgelagerten Korallenriffe abgebaut zur
Förderung von Kalk zum Hausbau. So sind vor
dem Strand Vertiefungen entstanden, die die
anrollenden Wellen aufgetürmt und dann bis zu
15 m hoch über den Strand haben rollen lassen.
Hier steht kein Stein mehr auf dem anderen.
Nicht einheimische Bäume sind abgestorben, weil
sie das Salzwasser nicht vertragen haben. Die
Natur hat sich bitter gerächt - wird der Mensch
es begreifen?
In Anbetracht des Ausmaßes der Schäden kann
unser persönlicher Beitrag nur “ein Tropfen im
Ozean der Zerstörung“ sein, doch wir durften
helfen. Die Regierung des Landes tut sich immer
noch sehr schwer damit, Gelände für die
mittellosen Menschen zur Verfügung zu stellen.
Wer hat, dem wird gegeben, wer nichts hat, dem
wird auch kaum oder besser nicht geholfen. Und
so hausen 8 Monate nach dem Tsunami die
Menschen IMMER noch in Zelten, Baracken
und Holzhütten. Die einfachen Zelte sind durch
Salzwasser und UV-Strahlung so marode
geworden dass sie jeden Tag beim nächsten
Sturm zerstört werden können. Und noch ist
Regenzeit.
Wir stellen auch fest, dass die ersten Häuser von
Privat-Organisationen gebaut werden, immer
dann und dort, wo Einheimische Menschen
beteiligt sind und keine Organisationen. Hilfe in
überwältigender Form ist aktiv - doch auch das
ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Einige
1000 Häuser stehen vor der Fertigstellung,
meistens aber im Hinterland gebaut. Mit den
möglichen Problem, die dadurch entstehen, muss
man sich wohl später beschäftigen.
Wir glauben auch feststellen zu müssen, dass die
Gelder, die von Regierung zu Regierung laufen,
entweder nicht oder nur zu einem Teil bei den
Menschen ankommen. Im November wird in Sri
Lanka gewählt und die Regierung läuft Gefahr,
abgewählt zu werden. Was liegt da näher, als erst
einmal die eigene Versorgung (wie in
Deutschland) sicherzustellen. Uns wird von
Dingen berichtet, die wir hier nicht wiedergeben
können, weil sie sich unserer Überprüfung
entziehen. Wenn es aber zutrifft, dann ist dies ein
Desaster. Wer will später den Geldfluss
kontrollieren, überprüfen oder Rechenschaft
verlangen?
Dort wo die großen Hilfsorganisationen beteiligt
sind, ist bisher an direkter Hilfe kaum etwas zu
sehen. Schilder mit Absichtserklärungen gibt es
genug, nur sehen kann man kaum etwas. Auch
die Unterstützung und Hilfe von großen Firmen,
wie z.B. Porsche muss hinterfragt werden. Auf
dem Baugelände, wo große Wohnblocks
entstehen sollen (wer will da einziehen?) ist kaum
Baufortschritt festzustellen.
2 Arbeiter waren während unseres Besuches bei
der Arbeit. Und unterdessen hausen die
Menschen in unwürdigen Verhältnissen. Wer
kann das verkraften, von einer einfachen Hütte
in eine Sozialwohnung umzuziehen, wenn er
nicht einmal die Kosten für Brennmaterial
aufbringen kann?
Im Süden wird uns berichtet, dass einige
Millionen in Sri Lanka angekommen sind, aber
an Stellen weitergeleitet wurden, die mit dem
Tsunami kaum zu tun haben. Andere Projekte
werden gefördert und bis zu 50% der Gelder
seien umgeleitet worden. Nur eine Aussage, wir
können diese nicht kontrollieren. Nur, es hörte
sich sehr glaubwürdig an. Auch im Süden. Unter
der Flagge UNICEF wird in einem Gebiet
südlich, einige Kilometer landeinwärts, wo es
KEINEN TSUNAMI gegeben hat, eine Mauer
um ein Schulgelände gebaut - das hat nichts mit
TSUNAMI Hilfe zu tun. Hier wird Geld unsinnig
ausgegeben.
Die Schulen in einfacher Bauart waren fast alle
in ummittelbarer Strandnähe - provisorisch ist
manches gerichtet. Eine Mitarbeiterin der
deutschen Botschaft erklärt uns später, dass
unsere Regierung 200 Schulen neu errichten will,
aber man im Dickicht der Behörden nicht
weiterkommt. Unfreiwillig wird uns der Beweis
geliefert, dass die staatliche Hilfe nicht richtig
funktioniert. Gelder sind bewilligt, können aber
nicht zum Einsatz kommen.
Hier ist Kontrolle notwendig!
Andere, nichtstaatliche Stellen, haben da viel
schneller helfen können. Patenschulen sind
entstanden. Es geht.
Unser Kollege Bernd Kern ist und war vor Ort
aktiv. (www.asoka.de)
Sein „Kindergarten – ein Objekt neben vielen
anderen - steht vor der Einweihung.
Der besondere Problemfall-
Die falschen Holzhütten.
Grundsätzlich sind Holzhütten eine uralte
Bauform für die Fischer. Jetzt hat man nach dem
Tsunami gute Absichten gehabt. Weil die
Palmblatt-Dächer nicht von sehr langer Dauern
sind, Palmblätter sind nachwachsender Rohstoff,
hat man die Leute dazu überredet,
Wellblechdächer zu verwenden.
Die Regierung von Kuwait hat Hilfe geleistet, ist
aber wohl nur Wüstenklima gewohnt. Hier
herrschen völlig andere Klimaverhältnisse. Und
so bringen die Wellblechdächer für ganz viele
Menschen eine lebensbedrohende Gesundheits-
Schädigung mit sich.
Da es über das Wellblechdach (es heizt sich bei
Sonne auf fast 100° auf und bildet in der Nacht
Schwitzwasser, was zu Schimmelbildung führt)m
keinen Klimaaustausch gibt, erkranken ganz
viele Menschen an Atemwegserkrankungen.
Leider fehlt die medizinische Hilfe und so
kommen Probleme auf die Familien zu, die diese
nicht allein bewältigen können. So schädlich
kann gut gemeinte Hilfe sein. Nur ist niemand
vor Ort, der darauf aufmerksam macht oder sich
darum kümmern könnte. Mit wenig Geld könnte
auch hier sinnvoll geholfen werden.
Sri Lanka - 8 Monate nach der Tsunami Katastrophe
Einleitung – Das Ereignis: Weihnachten 2004 – 25. Dezember.
Wo sind die Spendengelder geblieben? Wo sind die Milliarden?
„SIRICENE“ DAS HUNDEFUTTER-PROJEKT für die Fischer von Ahangamar – und unsere Waisenkinder!
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Autor: Clemens Spiekermann
erstellt: 01.10.2005
gelesen: 18214 mal
Stichworte: Sri Lanka, Tsunami
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