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Nach der Tsunami - Katastrophe haben wir (unsere Familie) den Beschluss gefasst: „Wir wollen direkt vor Ort helfen. Schnell waren via Internet erste Kontakte geknüpft, über das Projekt „Ruhuna“ des Studienrates Peter Kramer. Mit einer spontanen Hilfe von 3 x 100 Euro haben wir 3 Familien helfen können, die es sehr schlimm erwischt hatte. Diese Hilfe haben wir danach in eine monatliche Unterstützung von 30 Euro umgewandelt, die über einen Treuhänder in Colombo monatlich an die Familien ausbezahlt wird., Reiseberichte, Fotos, Bilder, Reiseinformation, Reisetipps weltweit. Schreiben Sie Ihren Reisebericht. Zeigen Sie Fotos und Bilder online. Reiseerfahrung mit anderen teilen!
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Sri Lanka nach Tsunami - Wo sind die Spenden? Situationsbericht

Wo sind die Spendengelder geblieben? Wo sind die Milliarden?

Monate nach dem Tsunami läuft vieles vor Ort
falsch (aus unserer Sicht). Es dauert alles zu
lange. Wenn erst für die Mitarbeiter der großen
Organisation die Büros gebaut und eingerichtet
werden müssen, ist schon viel Geld versickert,
geholfen wird zu spät. Wir sagen nicht, dass
nicht geholfen wird, aber vielfach viel zu spät.
Die Regierung von Sri Lanka legt offensichtlich
überhaupt keinen Wert darauf, dass den
Ärmsten der Armen geholfen wird. Zahlreiche
Projekte sind auf der anderen Seite übertrieben.
Wie sollen Menschen, die seit Menschengedenken
in primitiven Häusern/Hütten gewohnt haben,
jetzt mit Bungalows fertig werden, die Kosten für
die Energie etc. aufbringen, wenn das Geld nicht
einmal für den täglichen Lebensunterhalt reicht?
Mit dem Geld eines Bungalows hätte man auch
10 einfache Häuser bauen und 10 Familien
helfen können.
Nie hat jemand zuvor einen Tsunami erlebt. Nie
hat jemand eine solche Katastrophe bewältigen
müssen, weshalb wir auch keinerlei
Schuldzuweisungen machen
Wir haben uns um eine Bestandsaufnahme
bemüht. Objektiv mag dahin gestellt sein – wir
haben uns aber darum bemüht.
Zum Schluss sollten sich alle Spender mit Fragen
an die Spendenverwalter wenden und fragen:
Wo Herr Bundeskanzler, wo Herr Jauch, Herr
Gottschalk, Herr Heck, die Herren der ARD, des
ZDF, SAT 1 und aller anderen Sender, wo Herr
Michael Schumacher und alle Großspender, wo
sind die Millionen geblieben. Unsere Regierung
sollte ein Rechenschaftsgesetz einbringen, in dem
jeder Spendennehmer automatisch verpflichtet
wird, den Geldtransfer und Geldeinsatz
nachzuweisen. Wir bitten Sie alle darum
nachzufragen und Rechenschaft zu verlangen.
Nur dann kann man guten Gewissens den
Menschen vor Ort ins Gesicht schauen.
Gibt es keine Auskunft, muss man sich fragen,
warum nicht. Wo steckt das Geld, wo steckt die
Hilfe, welche Töpfe hat man bedient.
Nicht, das man zu der Einsicht kommen muss,
man hat das Geld auf den Strand geschüttet und
wie im wirklichen Leben ist es versickert.
Fragen Sie die großen Hilfsorganisationen, was
sie mit Ihren Geldern gemacht haben - Sie haben
ein Anrecht darauf. Wieviel % sind vor Ort
eingesetzt, wieviel ist in Personalkosten geflossen,
wieviel ist in die Verwaltung geflossen und
wieviel ist in Taschen abgezweigt worden.
Geben die Hilfswerke keine Auskunft, bestärken
sie uns in unserer Entscheidung "Tue es selbst,
dann bist du SICHER, dass DU das richtige
tust“.
Wir haben nicht in den großen Topf gespendet -
wir haben kein direktes Recht, Rechenschaft zu
verlagen. Wann IMMER uns Berichte über
Katastrophen erreichen und wir helfen
können/wollen, werden wir es immer wieder auf
direktem Weg tun. Es geht.
Mit einem guten Gefühl, dass wir das, was wir
vor Ort tun, zu 100% ankommt und zu 100%
Hilfe bedeutet, haben wir die Heimreise
angetreten und werden im Rahmen unserer
bescheidenen Möglichkeiten weiter helfen. Traue
keinen Politikerworten!
Ein ungutes Gefühl NEHMEN WIR ABER MIT
NACH Hause; Das ist die allgemeine Lage vor
Ort.
Bitte helfen Sie uns. Wir gründen keinen Verein,
wir können keine Spendenquittung ausstellen
(haben aber einen Weg, dies zu vermitteln) aber
wir können Ihnen den direkten Hilfsweg
vermitteln und garantieren und nachweisen, was
mit Ihren Geldern passiert.
Unsere Adresse:
Familie Clemens und Brigitte
Spiekermann
Erlenstr. 6 – D-45701 Herten
mail: c.a.spiekermann@online.de
www.carpetconsulat.de/Tsunami-Hilfe
Tel. 0209 62804 oder 0209 3594558
Die 100 m Zone - DAS Problem in
zwei Ansichten.
Aussagen der einheimischen Bevölkerung
In der 100m Zone (gemeint ist der
Küstenstreifen) bzw. besser vom Wassersaum bis
zur Strasse, die entlang der Küste verläuft, sind
teilweise bis zu 100% der Häuser zerstört.
Entscheidung der Regierung!
In der 100m Zone darf nicht mehr gebaut
werden. Die Regierung stellt landeinwärts
Grundstücke zur Verfügung und gibt Starthilfe
zum Hausbau, der dann aber aus eigener Kraft
bewirtschaftet bzw. fertiggestellt werden muss.
Wasser und Strom muss jeder allein finanzieren.
Da die Menschen die in der 50m Zone leben, fast
mittellos sind, sie haben 100% verloren, gibt
Ihnen der Staat kein Grundstück und so stehen
sie ohne Dach über dem Kopf dar. Fast alle
würden den Strand verlassen, aus Angst vor
einem nächsten Tsunami. Weil es keinen Ausweg
gibt, der Staat will nicht anders entscheiden,
müssen die Leute einen eigenen, anderen weg
GEHEN. Also richtet man sich auf der eigenen,
alten Parzelle weiter ein. Eine Holzhütte mit
Palmblatt-Dach genügt meist, dann bleibt es
auch während der Regenzeit weitgehend trocken.
Andere wohnen weiter in geschenkten Zelten auf
den alten Betonplatten und hoffen, irgendwann
einen Spender zu finden, der hilft. Vielleicht
findet man ja auch wieder Arbeit, um selbst auf
die Beine zu kommen. Ein Teufelkreis, aus dem
sich die meister der Armen nicht werden
befreien können.


Aus Sicht der Politik:

Wir haben mit einem Regierungsbeauftragten
sprechen können, der ein kleines Hotel in
direkter Strandlage besitzt. Ihn hat das Schicksal
nicht direkt, aber doch hart getroffen, hat der
doch seinen Bruder und 2 Nichten im Alter von 3
und 4 Jahren verloren, ist aber durch seine
Regierungstätigkeit abgesichert.
In der 100m Zone wurde ein Bauverbot
verhängt. Den Leuten wird von der Regierung
ein Grundstück zur Verfügung gestellt und eine
Starthilfe, mit der der Hausbau begonnen
werden kann. Soweit deckungsgleich. Leider
weigern sich viele Leute aber, das angestammte
Grundstück zu verlassen und dann kann die
Regierung leider nicht helfen. Die Leute sind
selbst Schuld, wenn Ihnen nicht geholfen werden
kann. Da Wahlen sind, man um die Mehrheit
fürchtet, hat man ihnen aber erlaubt, auf der
eigenen Parzelle, oder dort, wo man gelebt hat,
ein einfaches Haus zu bauen, aber zu 100% auf
eigenes Risiko. Der Staat hat wirklich alles getan,
was möglich ist, aber viele wollen sich nicht
helfen lassen.
Soweit die beiden Sichtweisen.
Dort, wo die Leute in der Lage sind, den Strand
zu verlassen, fällt der alte Besitz dem Staat zu.
Clever gemacht. In 10 Jahren spricht kein
Mensch mehr darüber. Ob es je einen neuen
Tsunami gilbt, weiß Gott allein. Aber dann hat
man die Filetstücke in der eigenen Hand und
kann die eigene Klientel mit den besten
Grundstücken bedienen und ist endlich diese
Armen los. Man kann sich dann verdient
machen. Wer nichts hat, dem wird auch nichts
gegeben und die Leute, die nicht weichen wollen,
bleiben buchstäblich im Regen stehen.
Das ist Realität! Traue keinen Politikerworten,
denn sie verhöhnen die Menschen.
Eine andere Geschichte:
Die Familie eines Fischers, die am Strand gelebt
hat, besitzt ein kleines Grundstück in der Nähe
der Lagune. Grundstücksgröße vielleicht 100
qm. Private Spenden haben ermöglicht, den
Rohbau eines 3 Zimmer-Hauses fertig zustellen.
Aber das Geld ist alle. Niemand kann
weiterhelfen, man lebt in einem Zelt. Der Mann
und Vater ist auf See geblieben - der Sohn will
aber trotz allem den Beruf seines Vaters
übernehmen und bekommt die Gelegenheit mit
anderen Kollegen hinauszufahren, wenn, ja wenn
er sich an den Kosten für ein notwendiges
Fischernetz beteiligt.
Der Rohbau ist fertig – jetzt fehlt das Dach!
Das heißt aber, auf das Dach verzichten und
noch Monate lang im Zelt leben. Wir
entschließen uns spontan, die 50 € die notwendig
sind, dass Dach zu richten, der Familie zu geben.
Noch vor unserer Abreise bekommen wir es
bestätigt.

Nur 3 Tage Dauerregen haben die
Dacheindeckung verhindert. Das wird aber in
wenigen Ragen erledigt sein und dann kann die
Familie endlich ins das Haus. Die Fenster können
provisorisch mit Folie abgedichtet werden.
Hautsache es ist trocken. Und es regnet weiter,
die Menschen leben förmlich auf dem Wasser
und manchmal auch im Wasser.

Hinweis:
Der Bericht erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, unterstellt nichts, greift
keine Organisation oder Behörde an,
sondern gibt einzig und allein das wieder,
was wir authentisch und allein vor Ort in 10
Tagen auf einem 250 Kilometer Abschnitt in
Gesprächen mit Einheimischen erfahren und
gesehen und festgestellt haben.
Die Aktivitäten und Baumaßnahmen im
Hinterland haben wir NICHT berücksichtigen
können (auch das Projekt METTAGAMA liegt
im Hinterland).
Hier fängt man bei NULL an - die Leute sind
zunächst Ihrer angestammten Heimat (Strand)
entwurzelt. Ob sie im Hinterland Arbeit finden,
wird sich zeigen. Ob sie sich hier wohl fühlen
werden, hängt weitgehend von der Entwicklung
ab und es bleibt abzuwarten, was wird und man
muss dann entsprechend reagieren.
Sri Lanka - 8 Monate nach der Tsunami Katastrophe
Einleitung – Das Ereignis: Weihnachten 2004 – 25. Dezember.
Bericht über die gegenwärtige Situation in Sri Lanka, 25.8. – 6.9.05
„SIRICENE“ DAS HUNDEFUTTER-PROJEKT für die Fischer von Ahangamar – und unsere Waisenkinder!
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Autor: Clemens Spiekermann
erstellt: 01.10.2005
gelesen: 18214 mal
Stichworte: Sri Lanka, Tsunami
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